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Die reine Winterdepression
Von einer saisonal abhängigen Depression (SAD), der sog. Winterdepression, spricht man dann, wenn die depressiven Symptome regelmäßig im Herbst oder Winter auftreten und im Frühjahr oder Frühsommer nach und nach wieder vergehen. Diese Form der Depression dauert also höchstens sechs Monate an. Das typische Anzeichen ist Energielosigkeit, weniger die ausgeprägten depressiven Verstimmungen.
Auch diese Form der Depression (zumeist ausgelöst durch den Mangel an Tageslicht, verstärkt sich sehr oft bei der Neigung nicht aus dem Haus zu gehen, weitgehend im Büro (mit Kunstlicht), vor dem Computer oder Ferseher zu verweilen. Hier kommt es vor allem zu einer Störung des Zirbeldrüsenaktivität.
In der Zirbeldrüse (auch Epiphyse oder Epiphysis genannt) wird von den Pinealozyten das Hormon Melatonin produziert. Die Hormonproduktion findet überwiegend nachts statt. Über das Melatonin werden der Schlaf-Wach-Rhythmus und andere zeitabhängige Rhythmen des Körpers gesteuert. Bei Missfunktion bewirkt sie – außer einem gestörten Tagesrhythmus – entweder sexuelle Frühreife oder Vergrößerung bzw. Hemmung der Geschlechtsentwicklung.
Die Zirbeldrüse bzw. Epiphyse liegt im Mittelhirn.
Aus Tryptophan (eine in den meisten Eiweißstoffen enthaltene Aminosäure) wird über einige Zwischenstufen Serotonin (ein Neurotransmitter des ZNS) dann Melatonin gebildet. Die Epiphyse ist das zentrale Regulationsorgan für die Synchronisation des 24-Std.-Rhythmus.
Geraten Serotonin, Noradrenalin und andere Botenstoffe aus der Balance, leiden auch das Gefühlserleben und die Gedankenwelt. Soweit die Theorie. Bewiesen ist dieser Zusammenhang jedoch nicht. Schon die Serotonin-Vorläufersubstanzen L-Tryptophan und 5-Hydroxy-Tryptophan können antidepressive Effekte haben.
Das von der Zirbeldrüse produzierte Hormon Melatonin wird heute als „Oberste Kontrollinstanz“ angesehen, denn es sorgt auf sichere Weise für langes Leben und Lebensqualität.
Melatonin reguliert die biologische Uhr des Körpers und reguliert die Ausschüttung aller wichtigen Hormone.
So steuert Melatonin den Alterungsprozess insgesamt mit. Da wird auch sicher jedem klar wie weit der subjektive Alterungprozess mit dem Seratonin - Melatonin Haushalt (also auch mit der inneren Uhr) verknüpft ist. So entsteht nicht nur ein Mangel an entsprechenden Hormonen, sondern daraus folgt auch unmittelbar der depressive Zustand. Diesen Effekt sieht man am besten in unseren sonnenarmen Breiten um den 50.ten bis 70. Breitengrad.
Nebenbei, in diesen Breitengraden gibt es auch bei mindestens 60% der Bevölkerung (vor allem im Herbst-Winter) einen starken Vitamin D Mangel und damit verbundene Herz-Kreislauferkrankungen und vermehrte Krebserkrankungen.
Melatonin
fördert den Schlaf und ist auch zu großen Teilen für die Schlafqualität mitverantwortlich. Es wirkt gegen Schlaflosigkeit, kurbelt das Immunsystem an und wirkt antioxidativ gegen freie Radikale (diese Wirkung entfaltet es vor allem auch im Gehirn). Melatonin hat einen günstigen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System.
Bei zu wenig Sonnenlicht steigt der Melatoninspiegel weit über ein normales Maß an, dadurch entsteht die sogenannten Wintermüdigkeit - Winterdepression.
Auch diese Form der Depression ist messtechnisch leicht zu ermitteln.
Es zeigen sich hier sehr geringe Aktivitätsercheinungen vor allem im frontalem Hirnbereich. Hier kann (muss nicht) gleichzeitig eine Überaktivität der Schläfenlappen / Amygdalabereiche vorliegen, was sich dann nicht nur als Müdigkeit und depressive Verstimmung äußert, sondern was auch immer wieder innere, unbewusste Ängste, gefolgt von Herzrasen, negativen Gefühlen im Solarplexusbereich, feuchten Händen und erhöhter Muskelspannung begleitet wird.
Dunkle Wintertage bringen den Hormonhaushalt der Zirbeldrüse aus dem Gleichgewicht
Zusammenfassend:
Bei dem Phänomen der Depression (welche Form auch immer auftritt) ist vieles noch nicht restlos geklärt, aber es gibt harte Fakten und Hinweise, dass während einer Depression die Hirntätigkeit verändert ist (wir konnten spezifische Hirnaktivitäten die Depressionen und Burn out Zustande begleiten mittels Hirnpotenzialmessung, (Messung der ultra langsamen Potentiale) nachweisen (Publikation: 1994 in "Biofeedback, Heilung durch Körpersignale", Autor Gerhard H. Eggetsberger, Verlag Perlen-Reihe / Wien, ISBN 3-85223-257-0, Seite 131). Bei jeder Wahrnehmung, bei jedem Sinneseindruck, jedem Gefühl und jedem Gedanken sind im Gehirn Nervenzellen aktiv. Sie kommunizieren untereinander über elektrische Impulse, und Botenstoffe. Die unausgewogene Hirnaktivität, die übertriebene Dominanz verschiedener Hirnbereich verändert den Hirnstoffwechsel, der auch bei einer Depression, bei Ängsten oder Burn out etc. gestört ist. Scheinbar geraten dabei Serotonin, Noradrenalin und andere wichtige Botenstoffe aus der Balance und stören so den ständig ablaufenden Informationsaustausch zwischen den Hirnzellen. Dadurch kommt es auch gleichzeitig zu einer mehr oder minder starken Fehlregulation der Stresshormone. Das schlägt sich natürlich auch in den Gefühlen, in der Wahrnehmungseinfärbung und den Gedanken nieder. Aus dieser Störung heraus, entstehen dann Antriebslosigkeit, Appetitmangel oder Schlaflosigkeit etc.
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